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Vielleicht ist dein Weg nicht falsch. Vielleicht passt er nur nicht mehr zu der Frau, die du heute bist.

Ist das eigentlich noch mein Weg?

Meinen Weg erkennen lernen

Manchmal braucht es gar keine große Krise, damit wir beginnen, unser Leben infrage zu stellen. Es gibt diese viel leiseren Momente, in denen äußerlich eigentlich alles weiterläuft wie bisher und sich trotzdem irgendwo in uns eine kleine Frage bemerkbar macht. Vielleicht taucht sie morgens auf, wenn wir unseren Tag planen, vielleicht während eines Gespräches, bei einer Aufgabe, die wir schon unzählige Male erledigt haben, oder ganz unvermittelt in einem Moment, in dem wir eigentlich mit etwas völlig anderem beschäftigt sind.

Ist das eigentlich noch mein Weg?

falsch gewesen sein muss. Ein Weg kann viele Jahre genau richtig für uns gewesen sein. Wir haben Entscheidungen getroffen, weil sie zu unserem damaligen Leben passten, haben Verantwortung übernommen, Beziehungen gestaltet, berufliche Richtungen eingeschlagen und uns für Dinge entschieden, die sich zu diesem Zeitpunkt gut und richtig angefühlt haben.

Doch während wir unseren Weg gehen, verändern wir uns.

Unsere Erfahrungen verändern uns, unsere Wünsche bekommen andere Farben, manches verliert an Bedeutung und anderes wird plötzlich wichtiger. Was früher selbstverständlich war, beginnt vielleicht zu drücken, und etwas, das wir uns früher niemals hätten vorstellen können, fühlt sich auf einmal erstaunlich stimmig an.

Vielleicht ist genau das eine der großen Aufgaben unseres Lebens: nicht nur einen Weg zu finden, sondern immer wieder zu überprüfen, ob dieser Weg noch zu der Frau passt, die wir inzwischen geworden sind.

Manche Wege haben wir gewählt, andere haben sich einfach ergeben

genau wusste, warum ich sie getroffen habe. Ich erkenne aber auch Wegstücke, auf die ich irgendwie geraten bin, ohne irgendwann ganz bewusst gesagt zu haben: Genau dort möchte ich hin.

Ich glaube, damit bin ich nicht allein.

Gerade Frauen übernehmen im Laufe ihres Lebens viele Rollen. Wir kümmern uns, organisieren, begleiten, tragen Verantwortung und richten unseren Alltag häufig danach aus, was gerade gebraucht wird. Vieles davon tun wir gerne und aus Liebe. Und trotzdem kann es passieren, dass wir irgendwann feststellen, dass wir auf unserem Lebensweg hervorragend darin geworden sind, auf alle anderen zu achten, während unsere eigene Richtung immer undeutlicher geworden ist.

Manchmal sind es auch Erwartungen, die uns lenken. Vorstellungen darüber, was vernünftig ist, was man in einem bestimmten Alter noch tun sollte oder lieber nicht mehr beginnt, was andere von uns gewohnt sind und welche Entscheidungen unser Umfeld wahrscheinlich verstehen würde.

Solche Erwartungen müssen nicht einmal ausgesprochen werden. Oft tragen wir sie längst selbst in uns.

Und so gehen wir weiter.

Nicht unbedingt unglücklich. Vielleicht nicht einmal unzufrieden.

Nur dieses kleine innere Gefühl meldet sich immer wieder und fragt: Wenn heute niemand etwas von mir erwarten würde, würde ich mich noch einmal für genau diesen Weg entscheiden?

meldet sich immer wieder und fragt: Wenn heute niemand etwas von mir erwarten würde, würde ich mich noch einmal für genau diesen Weg entscheiden?

Wahrnehmen bedeutet noch nicht, dass ich sofort etwas verändern muss

Vielleicht vermeiden wir solche Fragen manchmal, weil wir glauben, dass auf eine Erkenntnis sofort eine Konsequenz folgen müsste. Wenn ich feststelle, dass etwas nicht mehr zu mir passt, müsste ich schließlich etwas verändern, eine Entscheidung treffen oder sogar etwas beenden.

Doch so muss es überhaupt nicht sein.

Wahrnehmen ist zunächst nichts anderes als Hinschauen.

Ich darf feststellen, dass sich etwas verändert hat, ohne am nächsten Morgen mein gesamtes Leben umzukrempeln. Ich darf mir eingestehen, dass ich müde von einer Aufgabe bin, die mir früher Freude gemacht hat. Ich darf bemerken, dass ich mir heute etwas wünsche, das vor zehn Jahren noch keine Bedeutung für mich hatte. Ich darf sogar entdecken, dass eine Entscheidung, hinter der ich lange gestanden habe, heute nicht mehr zu mir passt.

Das macht die damalige Entscheidung nicht falsch.

Sie gehörte zu meinem Weg.

Vielleicht besteht Reife gerade darin, unsere Vergangenheit nicht ständig nach heutigen Maßstäben beurteilen zu wollen. Die Frau, die ich damals war, durfte mit ihrem damaligen Wissen entscheiden. Die Frau, die ich heute bin, darf neu hinschauen.

Ich muss meiner Vergangenheit nicht untreu werden, nur weil ich meiner Gegenwart treu sein möchte.

Warum wir manchmal bleiben, obwohl wir längst eine andere Richtung spüren

Selbst wenn wir erkennen, dass sich etwas verändern darf, bedeutet das noch lange nicht, dass wir sofort losgehen.

Denn der bekannte Weg besitzt einen entscheidenden Vorteil: Wir kennen ihn.

Wir wissen, was hinter der nächsten Kurve kommt. Wir kennen die Menschen, die Erwartungen, unsere Aufgaben und sogar die Schwierigkeiten. Ein neuer Weg dagegen kann wunderschön aussehen und trotzdem Unsicherheit auslösen, weil wir nicht wissen, was uns dort erwartet.

Vielleicht fürchten wir, jemanden zu enttäuschen. Vielleicht fragen wir uns, was andere von unserer Entscheidung halten würden. Vielleicht zweifeln wir an uns selbst oder glauben, erst dann losgehen zu dürfen, wenn wir vollkommen sicher sind.

Manchmal halten uns Verantwortung oder Schuldgefühle fest, manchmal Perfektionismus, manchmal der Wunsch nach Kontrolle. Und manchmal ist es schlicht die Gewohnheit, die uns auf einem Weg weitergehen lässt, obwohl wir längst nicht mehr wissen, warum wir ihn eigentlich noch gehen.

Deshalb gefällt mir eine Frage besonders gut:

Was glaube ich zu verlieren, wenn ich wirklich meinen eigenen Weg gehe?

Diese Frage verändert die Perspektive. Plötzlich geht es nicht mehr darum, warum ich etwas „nicht schaffe“, sondern darum, zu verstehen, was mich bisher beschützt, gebunden oder zurückgehalten hat.

Vielleicht erkenne ich dann, dass hinter meinem Zögern nicht mangelnder Mut steckt, sondern die Angst, Zugehörigkeit zu verlieren. Vielleicht möchte ich niemanden verletzen. Vielleicht fürchte ich eine falsche Entscheidung oder habe mir angewöhnt, Sicherheit mit Stillstand zu verwechseln.

Wenn ich das erkenne, kann ich anders mit mir umgehen.

Ein eigener Weg muss keine gerade Linie sein

aussehen sollte. Möglichst gerade, zielgerichtet und ohne unnötige Umwege wäre natürlich praktisch.

Nur funktioniert das Leben selten so.

Wir biegen ab, sammeln Erfahrungen, stellen fest, dass eine Richtung doch nicht zu uns passt, gehen ein Stück zurück oder entdecken unterwegs etwas, von dem wir beim Losgehen noch gar nichts wussten.

Das ist kein Versagen.

Vielleicht sind gerade diese vermeintlichen Umwege diejenigen Strecken unseres Lebens, auf denen wir am meisten über uns erfahren.

Ich darf meine Richtung verändern, ohne meinen bisherigen Weg abzuwerten.

Dieser Gedanke schenkt mir eine unglaubliche Freiheit. Denn dann muss ich nicht mehr beweisen, dass eine frühere Entscheidung für immer richtig bleibt. Ich darf sagen: Damals war das mein Weg. Heute beginnt vielleicht ein anderer.

Ich muss nicht wissen, wo mein Weg endet

Eine der größten Hürden entsteht häufig dann, wenn wir glauben, vor dem ersten Schritt bereits den ganzen Weg kennen zu müssen.

Wir möchten wissen, ob unsere Entscheidung richtig ist, ob sie funktioniert, wo wir ankommen und ob wir dort glücklich sein werden.

Doch diese Garantie bekommen wir nicht.

Ich stelle mir das gerne wie einen Weg im Dunkeln vor, auf dem ich eine Taschenlampe in der Hand halte. Ihr Licht reicht vielleicht nur einige Meter weit. Ich kann noch nicht sehen, was hinter der nächsten Biegung liegt, aber ich sehe genug, um den nächsten Schritt zu machen. Sobald ich weitergehe, wird ein neues Stück des Weges sichtbar.

Vielleicht ist genau das Vertrauen.

Nicht die Gewissheit, dass ich bereits alles weiß, sondern die Bereitschaft, darauf zu vertrauen, dass ich mit dem umgehen kann, was mir auf meinem Weg begegnet.

Dann brauche ich nicht mehr die Antwort auf die riesige Frage: Wo soll mein Leben hinführen?

Vielleicht genügt heute eine viel kleinere:

Was ist mein nächster stimmiger Schritt?

Vielleicht wartet gar keine große Entscheidung auf dich

Wenn du beim Lesen gerade an einen Bereich deines Lebens gedacht hast, möchte ich dich deshalb nicht auffordern, etwas zu verändern.

Vielleicht geht es im ersten Moment nur darum, wieder genauer hinzuhören.

Was fühlt sich noch nach dir an?

Wo funktionierst du hauptsächlich, weil du es schon lange so machst?

Welche Entscheidung würdest du heute vielleicht anders treffen?

Und gibt es irgendwo in deinem Leben eine kleine Abzweigung, an der du bisher immer vorbeigegangen bist?

Dein nächster Schritt muss nicht spektakulär sein. Vielleicht ist es ein Gespräch, das du schon lange führen möchtest. Vielleicht ein Nein, wo bisher automatisch ein Ja kam. Vielleicht möchtest du etwas ausprobieren, dich informieren, eine alte Idee wieder hervorholen oder dir endlich erlauben, über eine Möglichkeit nachzudenken, die du bisher sofort verworfen hast.

Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht mit einem großen Aufbruch.

Manchmal beginnt er mit der Erlaubnis, überhaupt wieder eine andere Richtung denken zu dürfen.

Ich gehe meinen Weg

Genau deshalb begleitet mich im Oktober dieser Satz:

Ich gehe meinen Weg.

Nicht schneller als andere und nicht langsamer, als ich es dürfte. Nicht den Weg, der von außen besonders vernünftig aussieht, und auch nicht automatisch denjenigen, den ich vor vielen Jahren einmal für mich vorgesehen habe.

Ich gehe meinen Weg mit der Frau, die ich heute bin.

Vielleicht werde ich unterwegs meine Richtung verändern. Vielleicht brauche ich eine Pause. Vielleicht entdecke ich eine Abzweigung, die ich heute noch gar nicht sehen kann.

Das alles darf dazugehören.

Denn meinen eigenen Weg zu gehen bedeutet für mich nicht, immer genau zu wissen, wohin ich unterwegs bin. Es bedeutet vielmehr, mich selbst auf diesem Weg nicht mehr aus den Augen zu verlieren.

Und vielleicht magst du dir für diesen Oktober deshalb einen Satz mitnehmen:

Ich muss meinen ganzen Weg noch nicht kennen. Ich vertraue mir und gehe meinen nächsten stimmigen Schritt.

Vielleicht reicht genau dieser eine Schritt für heute.

Und morgen sehen wir weiter.

Wenn du noch ein Stück mit mir weitergehen möchtest

Manche Gedanken möchten nicht nur gelesen, sondern auch gehört und ein wenig länger bewegt werden. In meinem YouTube Video „Ist das eigentlich noch MEIN Weg?“ nehme ich dich deshalb noch einmal mit in dieses Oktoberthema und schaue gemeinsam mit dir darauf, woran du erkennen kannst, ob du noch auf deinem eigenen Weg unterwegs bist und was dir helfen kann, deinen nächsten stimmigen Schritt zu finden.

Hier kannst du dir das Video anschauen:

https://youtu.be/PKdW28Tx0Vs

Und nun interessiert mich etwas ganz besonders, denn manchmal wird ein Gedanke noch klarer, wenn wir ihn in Worte fassen:

Wenn du heute ganz ehrlich auf deinen eigenen Weg schaust, was fühlt sich noch richtig stimmig an und wo spürst du vielleicht schon eine kleine Abzweigung?

Wenn du magst, schreib mir deine Gedanken unten in die Kommentare. Du musst noch keine Lösung haben. Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir uns erlauben, eine Frage überhaupt auszusprechen.

💜 Christine
ICH TRAU MICH EINFACH

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