Du betrachtest gerade Mut zum Abschied

Mut zum Abschied

Mut zum Abschied

Warum Loslassen manchmal weh tut und genau darin dein nächster Schritt liegt

Es beginnt oft früher, als wir denken

Es gibt Momente im Leben, die sich nicht laut ankündigen, die keine großen Worte machen und doch etwas in uns hinterlassen, das Jahre später plötzlich wieder spürbar wird, ganz leise, ganz tief, und genau so ein Moment kann ein Abschied sein, der viel zu früh kam, viel zu groß war für ein kleines Herz, viel zu still verarbeitet wurde, um wirklich gehen zu können.

Ich erinnere mich als zehnjähriges Mädchen, als ich in einem Zugabteil sitze, mit einem kleinen Koffer, der vielleicht ordentlich gepackt ist, aber innerlich so viel Unordnung trägt, dass es kaum auszuhalten ist. Ich bin ein Mädchen, das nicht versteht, warum es jetzt gehen muss, warum es von den Eltern getrennt wird, warum eine Entscheidung von außen so viel Gewicht bekommt, dass sie über das eigene Gefühl hinweggeht.
Während der Zug sich langsam in Bewegung setzt, während draußen die vertraute Welt kleiner wird, sitzen da noch andere Kinder, noch kleinere Kinder und der Raum füllt sich nicht mit Gesprächen, sondern mit Tränen, mit Schluchzen, mit diesem Gefühl von „Ich will hier nicht sein“.

Und genau dort beginnt etwas, das viele Jahre später noch spürbar ist, auch wenn die Erinnerung verblasst ist, auch wenn Bilder fehlen, auch wenn der Verstand sagt, es ist doch längst vorbei. Der Körper erinnert sich, das Herz erinnert sich und manchmal reicht ein einziges Wort, ein einziger Moment und plötzlich zieht sich der Hals zu, plötzlich steigen Tränen auf, ohne dass man genau erklären kann, warum.

Wenn Abschied sich im Körper festsetzt

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, dass ein Abschied nicht einfach nur ein Abschied ist, sondern etwas in dir auslöst, das viel größer ist als die Situation selbst, dass es nicht nur darum geht, einen Ort zu verlassen, einen Menschen loszulassen oder eine Lebensphase zu beenden, sondern dass da etwas in dir berührt wird, das tiefer liegt, älter ist, stiller geworden ist und doch nie wirklich gegangen ist.

Vielleicht ist es dieses Festhalten, das sich gar nicht bewusst anfühlt, sondern wie ein Schutz, wie ein inneres „Ich will das nie wieder erleben“,

vielleicht ist es die Angst, dass mit jedem Abschied auch ein Teil von dir verloren geht,

vielleicht ist es dieses Gefühl von Alleinsein, das plötzlich wieder da ist, obwohl du längst erwachsen bist, obwohl du längst dein Leben lebst und doch ist es da.

Und genau hier beginnt das Verstehen, dass Abschied nicht das Problem ist, sondern die Bedeutung, die wir ihm irgendwann gegeben haben.

Der Schmerz, der keinen Raum hatte

Es gibt Abschiede, die wir bewusst erleben, die wir betrauern dürfen, bei denen wir Worte finden, Rituale haben, Menschen an unserer Seite, die uns halten. Dann gibt es Abschiede, die einfach passieren, die entschieden werden, die funktionieren müssen, bei denen kein Raum ist für Tränen, kein Raum für Wut, kein Raum für dieses kindliche „Ich will das nicht“.

Und genau diese Abschiede sind es oft, die sich tief in uns einschreiben, weil sie nicht gefühlt werden durften, weil sie keinen Ausdruck bekommen haben, weil sie einfach weitergehen mussten, während ein Teil von uns stehen geblieben ist.

Mag sein, dass es nicht nur diese eine Kur war, vielleicht waren es viele kleine Momente, viele kleine Abschiede, die sich wie leise Punkte miteinander verbunden haben, bis daraus ein inneres Muster entstanden ist, das heute noch wirkt, ohne dass wir es bewusst greifen können.

Warum Loslassen sich so schwer anfühlt

Wenn wir heute sagen, „Ich kann nicht loslassen“, dann sprechen wir oft nicht über den jetzigen Moment, sondern über eine alte Erfahrung, die sich wieder meldet. Wir sprechen über ein Gefühl, das sagt „Pass auf, das tut weh“, über einen inneren Anteil, der uns schützen möchte, auch wenn dieser Schutz uns heute vielleicht eher festhält als frei macht.

Plötzlich wird verständlich, warum ein Abschied uns den Hals zuschnürt, warum Tränen kommen, obwohl wir glauben, stark sein zu müssen, warum wir festhalten, obwohl wir spüren, dass etwas längst weitergehen möchte.

Loslassen ist dann kein einfacher Schritt, sondern eine Einladung noch einmal hinzuschauen, noch einmal zu fühlen, noch einmal das zu berühren, was damals keinen Raum hatte.

Vielleicht ist es kein Abschied, sondern ein Übergang

Und vielleicht, ganz leise, darf sich eine neue Perspektive öffnen, eine, die den Abschied nicht mehr als Verlust sieht, sondern als Bewegung, als Veränderung, als Teil eines Weges, der dich nicht kleiner macht, sondern weiterführt.

Vielleicht geht es nicht darum, etwas wegzudrücken oder schnell hinter sich zu lassen, sondern darum, es bewusst zu sehen, es anzuerkennen, ihm einen Platz zu geben, damit es sich lösen darf.

Vielleicht ist Loslassen kein aktives Tun, sondern ein inneres Erlauben.

Dein erster Schritt beginnt genau hier

Wenn du spürst, dass dich dieses Thema berührt, dass da etwas in dir anklingt, das vielleicht schon lange da ist, dann lade ich dich ein, dir mein erstes Sonntagsvideo zu diesem Thema anzuschauen, in dem ich dich noch einmal tiefer in genau diesen Ursprung mitnehme und dir zeige, warum Abschied sich oft so viel größer anfühlt, als er im Außen eigentlich ist.


Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

Ich weiß, wie sich dieser Schmerz anfühlen kann, dieses Engegefühl, diese Tränen, die scheinbar aus dem Nichts kommen, und ich weiß auch, dass es möglich ist, genau diesen Schmerz zu lösen, sanft, Schritt für Schritt, mit einem Werkzeug, das dich nicht überfordert, sondern dich wieder in deine eigene Kraft führt.

Genau dafür gibt es den ICH TRAU MICH EINFACH-Raum, einen Ort, an dem du dich zeigen darfst, so wie du bist, an dem Abschied nicht weggeschoben wird, sondern verstanden wird, an dem du lernst, dich selbst zu halten, statt dich festzuhalten.

Lass uns gemeinsam hinschauen

Mich würde von Herzen interessieren, wie es dir mit diesem Thema geht, ob du dich in diesen Zeilen wiederfindest, ob es einen Abschied in deinem Leben gibt, der sich vielleicht noch nicht ganz gelöst hat oder der dich immer wieder berührt.

Schreib mir so gern in die Kommentare:
Was fällt dir am schwersten loszulassen?

Deine Geschichte darf hier Raum bekommen.
Und vielleicht ist genau das schon dein erster Schritt.

Schreibe einen Kommentar